D6
D6

| Nachhaltigkeit

Digital Warm-up

Digital Warm-up am 12. November 2020

Nachhaltigkeit

Digital Warm-up am 12. November 2020

Nachhaltigkeit bei DESY und Helmholtz gewinnt weiter an Schwung

Klares Bekenntnis auf dem Mini-Sustainability Summit der Helmholtz-Gemeinschaft

Das große Interesse an Nachhaltigkeit in den Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft und die Forderungen nach konkreten Handlungen sind ungebrochen. Das wurde beim Digital Warm-up zum Helmholtz Sustainability Summit am 12. November 2020 deutlich, an dem sich viele Beschäftigte aus den verschiedensten Helmholtz-Zentren beteiligten. Die Veranstaltung gab einen Vorgeschmack auf den nächsten Helmholtz-Nachhaltigkeitsgipfel, der ursprünglich in diesem November bei DESY stattfinden sollte und wegen der Corona-Pandemie auf April 2021 verschoben wurde.

In einem anderthalbstündigen Online-Format wurde über „Forschen in gesellschaftlicher Verantwortung“ diskutiert. Hierbei geht es vor allem um das „Wie“ und nicht das „Was“ der Forschung. Adressiert werden weitreichende Reflexionskriterien zur Wirkung der Forschung: Arbeite ich als Wissenschaftler*in transparent? Wie gehe ich mit Komplexitäten und Unsicherheiten um? Hat meine Forschung möglicherweise gesellschaftliche Auswirkungen, die ich noch nicht in Betracht gezogen habe? Diese und ähnliche Fragen wurden beim Digital Warm-Up diskutiert.

Kernpunkt der Debatte war ein Forschungsprojekt bei DESY, dessen Vision sich ein wenig wie Science Fiction anhört: Kommen Holzhäuser in Zukunft aus dem 3D-Drucker? Ein gemeinsames Forschungsteam der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm und DESY hat aus Zellulose-Nanofasern das bislang stärkste bekannte Biomaterial hergestellt. Die biologisch abbaubaren Fasern sind stärker als Stahl und zugfester als Spinnenseide. Die Wissenschaftler*innen sehen eine Reihe viel versprechender Anwendungen für das Material. Zum Beispiel käme es als Kunststoffalternative für den Einsatz in Autos und Flugzeugen oder als Rotorblätter von Windenergieanlagen in Frage und hat damit auch das Potenzial, Plastik oder Verpackungsmaterial zu reduzieren.

Über 100 Menschen beteiligten sich über ein Online-Tool an Abstimmungen und stellten viele spannende Fragen. Diese rankten sich vor allem um die Themen Rohstoffeinsatz, Energieeinsatz, Anwendbarkeit und vor allem Klimaschutz. Mit Stephan Roth, Leitendem Wissenschaftler bei DESY und Professor an der KTH, seinem Doktoranden Calvin Brett sowie der Wissenschaftsmanagerin Nele Müller wurde heiß diskutiert. Am Ende der Diskussion wurde nochmals das Spannungsfeld zwischen Freiheit der Forschung und Steuerung von Forschung beleuchtet.

Zum krönenden Abschluss des Warm-ups präsentierte Christian Harringa, Administrativer Direktor bei DESY, im Namen der Helmholtz-Gemeinschaft das brandneue Bekenntnis zu deren nachhaltiger Entwicklung. Für die Nachhaltigkeitsbeauftragten der Zentren war dabei besonders der letzte Satz wichtig: „Mit diesem Bekenntnis wird der Anspruch verbunden, zeitnah Aktivitäten […] aufzunehmen, um Maßnahmen und Ziele zur nachhaltigen Entwicklung der Zentren und somit auch der Helmholtz-Gemeinschaft zu erarbeiten, aktiv umzusetzen und zu berichten.“ Eine Selbstverpflichtung, die es jetzt zu erfüllen gilt.

Interview mit Stephan Roth auf helmholtz.de

Bekenntnis der Helmholtz-Gemeinschaft zu ihrer nachhaltigen Entwicklung

Weitere Informationen zum 2. Sustainability Summit am 19. und 20. April 2021

 

Ein eindeutiges Votum für eine nachhaltige Entwicklung der HGF
(Bild: DESY/D. Völker).

Die Warm-up-Veranstaltung aus Graphic-Recorder-Sicht
(Bild: DESY/A.L. Schiller; Riesenspatz).